⏱ 2 Min. Lesezeit · Stand: 02.06.2026
Der Verband Österreichs Personaldienstleister (ÖPDL) warnt in einem offenen Brief vor den möglichen negativen Folgen geplanter Einsparungen im Arbeitsmarkt, die die Arbeitslosigkeit erhöhen könnten.
- ÖPDL fordert Erhalt des "Zwischenparkens" beim AMS.
- Geplante Reformen könnten Beschäftigung gefährden.
- Besonders betroffen sind Branchen mit saisonalen Schwankungen.
Der Verband Österreichs Personaldienstleister (ÖPDL) hat in einem offenen Brief an die Regierung und die Sozialpartner eindringlich vor den geplanten Einschnitten in der Arbeitsmarktpolitik gewarnt. Diese Einschnitte, die im Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen sind, könnten zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen und den Wirtschaftsstandort Österreich schwächen.
Was ist das „Zwischenparken“ beim AMS?

Das „Zwischenparken“ ist ein Modell, das es Unternehmen ermöglicht, Beschäftigte bei vorübergehenden Auftragsschwankungen abzumelden. Während dieser Phase können die betroffenen Mitarbeiter Arbeitslosengeld beziehen oder an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Dieses bewährte Instrument hat sich als wesentlich zur Stabilisierung von Beschäftigung erwiesen und wird von vielen Unternehmen als wichtig erachtet.
Geplante Einsparungen und deren Folgen
Die Regierung plant Einsparungen von rund 200 Millionen Euro pro Jahr, was aus Sicht des ÖPDL einen unnötigen Eingriff in ein funktionierendes System darstellt. ÖPDL-Präsident Roland Fürst betont, dass die zusätzlichen Auflagen, die mit den Einsparungen einhergehen, die Beschäftigung verteuern und neue bürokratische Hürden schaffen würden. Dies könnte insbesondere Branchen mit starken saisonalen oder konjunkturellen Schwankungen, wie dem Bauwesen, dem Tourismus und der Industrie, stark belasten.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf betroffene Branchen
- Einsparungen von rund 200 Millionen Euro pro Jahr im Doppelbudget 2027/’28 geplant.
- Das Modell des "Zwischenparkens" beim AMS soll reformiert werden.
- 700 Millionen Euro jährliche Kosten für den Staat durch das Zwischenparken.
- Wirtschaftsstandorte gefährdet durch geplante Einschnitte.
Die Sorgen sind besonders groß im Pflegebereich, wo viele Einrichtungen auf flexible Personalmodelle angewiesen sind, um kurzfristige Ausfälle oder personelle Engpässe auszugleichen. Laut ÖPDL-Vizepräsidentin Karin Hamminger könnte die Abschaffung des „Zwischenparkens“ dazu führen, dass Unternehmen häufiger zu dauerhaften Kündigungen greifen müssen, was die Fachkräftebindung erschwert.
Widerstand gegen die Wiedereinführung der Auflösungsabgabe
Im Zuge der aktuellen Budgetverhandlungen wird auch über die Wiedereinführung der sogenannten Auflösungsabgabe diskutiert. Diese Abgabe, die 2020 abgeschafft wurde, könnte Unternehmen erneut belasten, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. Er argumentiert, dass die Abgabe keine nachweisbare Lenkungswirkung hatte und die Bürokratie nur unnötig erhöht hat.
Fazit
Die aktuellen Diskussionen um Einsparungen im Arbeitsmarkt und die möglichen Reformen beim AMS werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen Unternehmen in Österreich stehen. Der ÖPDL fordert, bewährte Modelle wie das „Zwischenparken“ zu erhalten, um die Beschäftigung zu sichern und Fachkräfte im Land zu halten. Die kommenden Entscheidungen der Regierung werden entscheidend für die Zukunft des Arbeitsmarktes in Österreich sein.
Häufige Fragen
Was ist das "Zwischenparken" beim AMS?
Welche Einsparungen sind im Doppelbudget 2027/’28 geplant?
Warum warnt der ÖPDL vor den Einschnitten?
Wie könnten die Einsparungen die Wirtschaft beeinflussen?
Was fordert der ÖPDL konkret?
Quellen: finanz.at · kurier.at · meinbezirk.at
Symbolbild: AMS und Arbeitsmarktpolitik in Österreich · Bild: ITU Pictures (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/42121221@N07/9199344827
