⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 05.06.2026
Die EU hat den offiziellen Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau eingeläutet, nachdem Ungarns neues Regierungsteam die Blockade beendet hat.
- Einigung zwischen Ungarn und der Ukraine erzielt
- Beitrittsgespräche sollen am 15. Juni starten
- Verhandlungen können mehrere Jahre dauern
Die Europäische Union hat den Weg für die offiziellen Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau geebnet. Nach einer zweijährigen Hängepartie haben die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten am 4. Juni 2026 die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts eingeleitet. Diese Gespräche sollen idealerweise am 15. Juni 2026 am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg beginnen.
Die Entscheidung zur Einleitung der Gespräche kommt nach dem Regierungswechsel in Ungarn, wo der neue Ministerpräsident Peter Magyar die Blockade seines Vorgängers Viktor Orbán aufgehoben hat. Orbán hatte die Gespräche seit Juni 2024 mit einem Veto blockiert, was die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine erheblich belastete. Magyar erklärte, dass eine Einigung mit der Ukraine über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine eine Voraussetzung für die Zustimmung zu den Beitrittsverhandlungen war.
Die Einigung umfasst Maßnahmen zur Stärkung der Rechte der ethnischen Ungarn in der Ukraine, die in der westukrainischen Region Transkarpatien leben. Diese Regelungen sollen unter anderem die Bildungschancen sowie die sprachlichen, kulturellen und politischen Rechte der ungarischen Minderheit verbessern. Magyar betonte, dass dies ein Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei.
Was geschah bei den Verhandlungen?

Die EU-Beitrittsverhandlungen sind in mehrere thematische Cluster unterteilt, wobei der erste Cluster, der offiziell als „Grundlagen“ bezeichnet wird, Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Justiz behandelt. Die Länder müssen in diesem ersten Abschnitt nachweisen, dass ihre Systeme den EU-Standards entsprechen.
Die Verhandlungen sind in der Regel langwierig und können mehrere Jahre dauern. Ein Beispiel hierfür ist der EU-Beitrittsprozess der Türkei, der bereits 2005 begonnen wurde, aber aufgrund von Rückschritten in den Bereichen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ins Stocken geraten ist.
Hintergrund zur EU-Erweiterung
- Datum der Gespräche: 15. Juni 2026
- Einigung über Minderheitenrechte: Ja
- Ungarns Veto aufgehoben: Ja
Die EU hat seit 2022 sowohl der Ukraine als auch Moldau den Status eines Beitrittskandidaten verliehen. Dies geschah inmitten des anhaltenden Konflikts zwischen der Ukraine und Russland, der die geopolitische Lage in der Region erheblich beeinflusst hat. Die EU sieht in der Erweiterung eine Möglichkeit, Stabilität und Frieden in der Region zu fördern.
Die Einigung zwischen Ungarn und der Ukraine ist ein positives Signal für die EU und könnte den Weg für weitere Schritte in den Beitrittsverhandlungen ebnen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie schnell die beiden Länder die erforderlichen Reformen umsetzen können, um den EU-Standards gerecht zu werden.
Fazit
Die bevorstehenden Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau markieren einen wichtigen Schritt in der EU-Erweiterungspolitik. Mit der Aufhebung des ungarischen Vetos und der Einigung über Minderheitenrechte könnte ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine eröffnet werden. Die kommenden Verhandlungen werden entscheidend sein, um die Fortschritte in Richtung EU-Mitgliedschaft zu bewerten.
Häufige Fragen
Wann beginnen die Beitrittsverhandlungen?
Warum war Ungarns Veto ein Problem?
Was wurde zur Bedingung für Ungarns Zustimmung?
Wie lange könnten die Verhandlungen dauern?
Was sind die nächsten Schritte im Beitrittsprozess?
Quellen: tagesschau.de · sueddeutsche.de · web.de
Symbolbild: EU-Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau · Bild: Abdullah Bin Sahl (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/76416192@N06/15432445302
