⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 02.06.2026
Die österreichische Regierung hat am Ende Mai 2026 neue Maßnahmen zur Entlastung der Strompreise beschlossen. Diese sollen sowohl Haushalte als auch energieintensive Unternehmen unterstützen.
- Neuer Mechanismus zur Deckelung der Strompreise
- Industriestrompreis wird 2027 eingeführt
- Regulierungsbehörde E-Control überwacht die Preise
Am 2. Juni 2026 hat die österreichische Regierung einen neuen Mechanismus zur Deckelung der Strompreise beschlossen. Diese Maßnahme, die als Reaktion auf die anhaltende Energiekrise eingeführt wurde, zielt darauf ab, sowohl Haushalte als auch energieintensive Unternehmen zu entlasten. Die Strompreisbremse, die vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, wird nun durch einen neuen Krisenmechanismus ergänzt, der aktiv wird, wenn die Strompreise an der Börse und für Haushalte stark ansteigen.
Was geschah bei der Beschlussfassung?

Ende Mai 2026 einigte sich die Regierungskoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS auf die neuen Maßnahmen. Der Mechanismus zur Deckelung der Strompreise soll aktiviert werden, wenn der Arbeitspreis für Haushalte über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg über 16,5 Cent je Kilowattstunde liegt und die Großhandelspreise ebenfalls über 165 Euro pro Megawattstunde steigen. In einem solchen Fall wird der Arbeitspreis für Strom für ein Grundkontingent von 2.900 Kilowattstunden auf 10 Cent netto gedeckelt.
Die Regulierungsbehörde E-Control wird diese Preise monatlich überprüfen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen wirksam sind. Oberhalb dieser Grenze bleibt der Marktpreis bestehen, was Sparanreize für die Verbraucher schaffen soll.
Details zu den Entlastungsmaßnahmen
- Datum: 02.06.2026
- Strompreisbremse: Gilt für 2.900 kWh
- Maximaler Preis: 10 Cent netto für Haushalte
- Industriestrompreis ab 2027
- Förderung: Bis zu 50% des Verbrauchs
Zusätzlich zur Strompreisbremse wird es auch einen vergünstigten Industriestrompreis geben, der ab 2027 eingeführt werden soll. Dieser Preis richtet sich an energieintensive Betriebe, die mindestens eine Gigawattstunde pro Jahr verbrauchen. Laut EU-Beihilfenrecht können maximal 50 Prozent des energieintensiven Stromverbrauchs eines Unternehmens gefördert werden. Diese Förderung soll dann rückwirkend jährlich ausgezahlt werden und den Strompreis auf 5 Cent pro Kilowattstunde drücken.
Die Regierung plant zudem, den bestehenden Stromkostenausgleich für energieintensive Unternehmen bis 2029 zu verlängern. Durch diese Ausweitung werden künftig rund 120 Unternehmen anstelle von bisher 60 von den Maßnahmen profitieren.
Hintergrund zur Energiekrise
Die aktuelle Energiekrise hat in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Strompreise geführt, was sowohl Haushalte als auch Unternehmen stark belastet hat. Laut der Regulierungsbehörde E-Control hat Österreich im vergangenen Jahr mehr Strom aus dem Ausland importiert. Dies hat die Abhängigkeit von externen Energiequellen erhöht, was die Notwendigkeit unterstreicht, die heimische Energieproduktion auszubauen.
In Oberösterreich sind mehrere Windkraftprojekte in Planung, um die Abhängigkeit von importiertem Strom zu reduzieren. Allerdings stoßen diese Projekte auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung. Experten, wie Leonhard Schitter, der CEO der Energie AG, betonen die Bedeutung der Windkraft als zukunftsträchtige Energieform, da sie auch im Winter Energie liefern kann und eine hohe Verfügbarkeit aufweist.
Fazit
Die neuen Maßnahmen der österreichischen Regierung zur Deckelung der Strompreise sind ein wichtiger Schritt, um Haushalte und Unternehmen in Zeiten steigender Energiepreise zu entlasten. Die Einführung eines vergünstigten Industriestrompreises und die Fortführung des Stromkostenausgleichs zeigen, dass die Regierung auf die Herausforderungen der Energiekrise reagiert. Zukünftige Entwicklungen in der Energiepolitik werden entscheidend sein, um die Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen zu verringern und nachhaltige Lösungen für die Energieversorgung in Österreich zu finden.
Häufige Fragen
Was ist die Strompreisbremse?
Wie wird der neue Krisenmechanismus aktiviert?
Wann wird der vergünstigte Industriestrompreis eingeführt?
Wie lange gilt die Strompreisbremse?
Was passiert nach der Krise?
Quellen: ooe.orf.at · derstandard.at · kleinezeitung.at
Symbolbild: Aktuelle Entwicklungen zu Strompreisen in Österreich · Bild: RecondOil (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/137585906@N04/38575846594
