⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.06.2026
Der Film "Falsche Bewegung" von Wim Wenders wird aufgrund eines Streits um eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski vorerst nicht mehr gezeigt. Dies gab die Wim Wenders Stiftung bekannt.
- Nastassja Kinski wurde 1961 geboren
- Film wird aus Auswertung zurückgezogen
- Wenders entschuldigt sich bei Kinski
Der Film „Falsche Bewegung“ von Wim Wenders, der 1975 gedreht wurde, steht derzeit im Mittelpunkt eines kontroversen Streits, der zur vorläufigen Rückziehung des Films aus allen aktuellen Auswertungsformen geführt hat. Diese Entscheidung wurde am 3. Juni 2026 von der Wim Wenders Stiftung bekannt gegeben. Der Hintergrund des Konflikts ist eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski, die seit Jahren in der Kritik steht.
In der besagten Szene wird Kinski mit nacktem Oberkörper gezeigt, was in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte. Die Feministin Alice Schwarzer hatte Wenders in der Zeitschrift Emma aufgefordert, die betreffende Szene zu entfernen. Sie forderte ihn auf: „Wim: Höre auf zu reden – und handle! Schneide endlich diese verdammten zwei Minuten raus aus deinem Film!“
Kinski selbst äußerte sich kürzlich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und erklärte: „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.“ Diese Aussage verdeutlicht die Problematik, die mit der Darstellung von Minderjährigen in Filmen einhergeht, und hat die Diskussion um den Film neu entfacht.
Was geschah nach der Kritik?

Wim Wenders, der als einziger noch lebender Verantwortlicher für „Falsche Bewegung“ gilt, hat die Vorwürfe ernst genommen und sich in einer Mitteilung der Stiftung bei Kinski entschuldigt. Er erkennt an, dass die junge Kinski damals besser hätte geschützt werden müssen. „Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“, so Wenders. Diese Entschuldigung zeigt, dass er die Verantwortung für die damaligen Entscheidungen reflektiert.
Auf der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 3. Juni 2026 sprach Wenders über die Herausforderungen, die sich Filmemachern im Umgang mit ihrem Erbe stellen. Er stellte die Frage, ob und wie man mit problematischen Szenen in Filmen umgehen sollte, und regte eine Debatte darüber an. „Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?“, fragte er, was die Diskussion um die Nacktszene weiter anheizte.
Die Rolle von Nastassja Kinski
- Film "Falsche Bewegung": 1975
- Rückzug aus aktuellen Auswertungsformen: 03.06.2026
- Nacktszene mit 13-jähriger Kinski
- Wim Wenders Stiftung kündigt Dialog an
Nastassja Kinski wurde 1961 als Tochter des berühmten Schauspielers Klaus Kinski geboren. Ihre Karriere nahm mit dem Film „Paris, Texas“ von Wim Wenders in den 1980er Jahren Fahrt auf, der zu einem ihrer bekanntesten Werke wurde. Ihre Biografie ist jedoch von Ambivalenzen geprägt, insbesondere durch die Beziehung zu ihrem Vater, die von Konflikten und Vorwürfen überschattet ist.
Im Jahr 2013 äußerte ihre Halbschwester Pola Kinski schwere Vorwürfe gegen ihren Vater, die auch Nastassja betreffen. Während Pola von sexuellem Missbrauch berichtete, erklärte Nastassja, dass sie selbst nicht in dieser Weise betroffen war, jedoch als Kind von ihrem Vater bedrängt und terrorisiert wurde. Diese komplexe Familiengeschichte trägt zur öffentlichen Wahrnehmung von Kinski und ihrer Karriere bei.
Zukünftige Entwicklungen
Die Wim Wenders Stiftung hat angekündigt, dass sie erst nach einem breiten Austausch und einer einvernehmlichen Lösung mit Kinski den Film wieder freigeben möchte. Dies zeigt, dass die Stiftung bereit ist, sich mit den kritischen Aspekten des Films auseinanderzusetzen und die Perspektive von Kinski ernst zu nehmen. Die Diskussion um die Nacktszene könnte somit auch als Anstoß für eine tiefere Reflexion über den Umgang mit Minderjährigen in der Filmindustrie dienen.
Die öffentliche Debatte über die Nacktszene und die Verantwortung von Filmemachern könnte weitreichende Folgen für die Filmindustrie haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob andere Filme, die ähnliche Themen behandeln, ebenfalls auf den Prüfstand gestellt werden.
Fazit
Der Rückzug von „Falsche Bewegung“ ist ein bedeutendes Ereignis in der Diskussion um den Umgang mit problematischen Inhalten in Filmen. Die Auseinandersetzung zwischen Nastassja Kinski und Wim Wenders wirft wichtige Fragen über Verantwortung, Schutz von Minderjährigen und den Umgang mit filmischem Erbe auf. Die Entwicklung dieses Falls wird mit Spannung verfolgt, da sie möglicherweise weitreichende Auswirkungen auf die Filmindustrie haben könnte.
Häufige Fragen
Warum wird "Falsche Bewegung" zurückgezogen?
Was sagt Nastassja Kinski zu der Nacktszene?
Was plant Wim Wenders nach dem Rückzug des Films?
Wer ist Nastassja Kinski?
Wie reagiert die Wim Wenders Stiftung auf den Streit?
Quellen: derstandard.at · diepresse.com · tagesschau.de
Symbolbild: Nastassja Kinski in einem klassischen Film · Bild: Karen Roe (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/28752865@N08/7415269012
