⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 31.05.2026
Montenegro steht derzeit im Spannungsfeld zwischen touristischem Boom und negativen Schlagzeilen über organisierte Kriminalität. Während das Land als "Europas beliebtestes Trendreiseziel" gefeiert wird, rücken blutige Abrechnungen und kriminelle Machenschaften in den Fokus.
- Montenegro erlebt einen Anstieg im Tourismus.
- Gleichzeitig wird das Land mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht.
- Der sogenannte "Figlmüller-Mord" soll auf montenegrinische Paten zurückzuführen sein.
Montenegro, ein Land zwischen schroffen Bergen und azurblauem Meer, erlebt derzeit einen Boom als beliebtes Reiseziel in Europa. Doch neben den touristischen Attraktionen rückt das Land auch immer wieder durch Berichte über organisierte Kriminalität in den Fokus. Diese Ambivalenz prägt das aktuelle Bild Montenegros.
Was geschah im Zusammenhang mit dem „Figlmüller-Mord“?

Der sogenannte „Figlmüller-Mord“, bei dem ein Wiener Gastronom ums Leben kam, hat die Aufmerksamkeit auf mögliche Verbindungen zwischen der österreichischen Unterwelt und kriminellen Strukturen in Montenegro gelenkt. Medienberichte deuten darauf hin, dass montenegrinische Paten in die Tat verwickelt sein könnten. Die Ermittlungen der österreichischen Behörden dauern an, und es bleibt abzuwarten, welche konkreten Beweise ans Licht kommen werden. Bisher liegen keine offiziellen Bestätigungen für die Beteiligung montenegrinischer Staatsbürger vor.
Die Berichterstattung über den „Figlmüller-Mord“ hat in Montenegro selbst für Aufsehen gesorgt. Die Regierung steht unter Druck, die Vorwürfe ernst zu nehmen und die Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zu intensivieren. Es ist ein Balanceakt, da die Regierung einerseits die Reputation des Landes als sicheres Reiseziel wahren möchte, andererseits aber auch die Notwendigkeit erkennt, gegen kriminelle Aktivitäten vorzugehen.
Montenegro als Trendreiseziel: Was macht den Reiz aus?
Abseits der negativen Schlagzeilen erfreut sich Montenegro wachsender Beliebtheit als Reiseziel. Die atemberaubende Küstenlinie mit ihren malerischen Buchten und historischen Städten wie Kotor zieht jährlich mehr Touristen an. Auch das Hinterland mit seinen beeindruckenden Bergen und Nationalparks bietet vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Die vergleichsweise günstigen Preise im Vergleich zu anderen europäischen Reisezielen tragen ebenfalls zur Attraktivität bei.
Reiseblogs und -magazine überschlagen sich derzeit mit Lob für Montenegro. Oft wird das Land als „neue Perle der Adria“ oder als „Geheimtipp“ angepriesen. Die verbesserte touristische Infrastruktur, darunter neue Hotels und Restaurants, trägt ebenfalls zur positiven Entwicklung bei. Allerdings warnen einige Reiseexperten auch vor den steigenden Preisen und der zunehmenden Kommerzialisierung, die mit dem wachsenden Tourismus einhergehen.
Die Schattenseiten: Organisierte Kriminalität in Montenegro
Trotz des touristischen Booms bleibt die organisierte Kriminalität ein Problem für Montenegro. Das Land wird immer wieder als Umschlagplatz für Drogen und als Operationsbasis für kriminelle Gruppen genannt. Die geografische Lage zwischen Westeuropa und dem Balkan sowie die politische Instabilität begünstigen diese Entwicklung. Die Regierung Montenegros hat in den letzten Jahren zwar Anstrengungen unternommen, um die Kriminalität zu bekämpfen, doch die Herausforderungen sind weiterhin groß.
Korruption und mangelnde Rechtsstaatlichkeit erschweren die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zusätzlich. Es gibt Vorwürfe, dass einige Politiker und Beamte in kriminelle Machenschaften verwickelt sind. Die Europäische Union, die Montenegro als Beitrittskandidaten betrachtet, fordert seit Jahren verstärkte Anstrengungen zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und zur Bekämpfung der Korruption. Das Auswärtige Amt bietet Reise- und Sicherheitshinweise für Montenegro.
Wie geht es weiter mit Montenegro?
Die Zukunft Montenegros hängt davon ab, ob es dem Land gelingt, die Balance zwischen touristischer Entwicklung und der Bekämpfung der Kriminalität zu finden. Eine nachhaltige Tourismusstrategie, die die Umwelt schützt und die lokale Bevölkerung einbezieht, ist ebenso wichtig wie die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und die Bekämpfung der Korruption. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Montenegro seinen Ruf als „Perle der Adria“ bewahren und gleichzeitig seine Schattenseiten überwinden kann.
Die Europäische Union wird die Entwicklung in Montenegro weiterhin genau beobachten und ihre Unterstützung an konkrete Fortschritte bei der Rechtsstaatlichkeit und der Korruptionsbekämpfung knüpfen. Die Bürger Montenegros selbst müssen aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken und Druck auf die Politik ausüben, um Reformen voranzutreiben. Nur so kann Montenegro langfristig ein stabiles und prosperierendes Land werden.
Häufige Fragen
Warum ist Montenegro ein beliebtes Reiseziel?
Was wird Montenegro im Zusammenhang mit Kriminalität vorgeworfen?
Was ist der "Figlmüller-Mord"?
Wie wirkt sich die Kriminalität auf den Tourismus in Montenegro aus?
Welche Maßnahmen ergreift die Regierung Montenegros gegen die Kriminalität?
Symbolbild: Montenegro: Traumziel mit Schattenseiten. · Bild: trishhartmann (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/21078769@N00/12289811374
