⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 03.06.2026
Die Hufeisennatter breitet sich auf Ibiza und den umliegenden Inseln aus und stellt eine erhebliche Bedrohung für die lokale Tierwelt dar. Urlauber berichten von Begegnungen mit den Schlangen in Küstennähe.
- Hufeisennattern schwimmen von Ibiza zu nahegelegenen Inseln.
- Die Art bedroht die Pityusen-Mauereidechse, die nur auf diesen Inseln vorkommt.
- Die Regionalregierung ergreift Maßnahmen zur Eindämmung der Schlangenpopulation.
- Datum: 03.06.2026
- Art: Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis)
- Gefährdete Art: Pityusen-Mauereidechse
- Gefangene Schlangen 2025: über 4.400
- Schwimmende Natter: 400 Meter zur Insel Santa Eulària
Die Hufeisennatter, eine invasive Schlangenart, breitet sich zunehmend auf der beliebten Urlaubsinsel Ibiza und den umliegenden Pityusen-Inseln aus. Forscher haben kürzlich beobachtet, dass die Schlangen sogar schwimmend von der Hauptinsel zu den vorgelagerten Inselchen gelangen. Diese Entwicklung ist nicht nur kurios, sondern stellt auch eine ernsthafte Bedrohung für die einheimische Tierwelt dar, insbesondere für die Pityusen-Mauereidechse, die nur auf diesen Inseln vorkommt.
Im April 2024 gelang Wissenschaftlern der entscheidende Nachweis, dass eine Hufeisennatter über eine Distanz von mehr als 400 Metern vom Osten Ibizas zur kleinen Insel Santa Eulària schwamm. Diese Fähigkeit, größere Strecken im Wasser zu überqueren, hat die Ausbreitung der Schlangen beschleunigt. Die Hufeisennatter, wissenschaftlich als Hemorrhois hippocrepis bekannt, wurde erstmals vor rund zwei Jahrzehnten auf Ibiza gesichtet, vermutlich durch importierte Olivenbäume, in deren Hohlräumen die Tiere oder deren Eier versteckt waren.
Für Urlauber ist die Hufeisennatter weitgehend harmlos. Die Schlangen sind nicht giftig und meiden in der Regel den Kontakt mit Menschen. Begegnungen mit Badegästen sind selten, doch die Sichtungen an Stränden und in Küstengebieten nehmen zu. Videos in sozialen Netzwerken zeigen erschreckte Badegäste, die das Wasser verlassen, wenn sie den Schlangen begegnen. Die Schlangen sind jedoch nicht aggressiv und beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.
Die wahre Gefahr geht von der Hufeisennatter für die einheimische Tierwelt aus. Die Pityusen-Mauereidechse, die evolutionär eigenständige Linien aufweist und über lange Zeiträume entstanden ist, hat keine natürlichen Abwehrmechanismen gegen diesen neuen Räuber entwickelt. Dies führt zu einem dramatischen Rückgang ihrer Bestände auf Ibiza und den umliegenden Inseln. Naturschützer warnen vor den langfristigen Folgen für die Biodiversität der Region, wenn die Hufeisennatter weiterhin ungehindert verbreitet wird.
Um dem entgegenzuwirken, hat die Regionalregierung der Balearen bereits Maßnahmen ergriffen. Im Jahr 2025 wurden über 4.400 invasive Schlangen gefangen, und für 2026 sind zusätzliche Maßnahmen geplant, darunter mehr Personal und weitere Fangsysteme. Diese Bemühungen sind entscheidend, um die Auswirkungen der Hufeisennatter auf die einheimische Flora und Fauna zu minimieren und die Biodiversität der Pityusen-Inseln zu schützen.
Die Hufeisennatter ist ein Beispiel dafür, wie invasive Arten das empfindliche Gleichgewicht eines Ökosystems gefährden können. Die Situation auf Ibiza zeigt, wie wichtig es ist, die Ausbreitung solcher Arten zu überwachen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die einheimischen Arten zu schützen.
Häufige Fragen

Was ist die Hufeisennatter?
Warum breitet sich die Hufeisennatter aus?
Wie gefährlich ist die Hufeisennatter für Menschen?
Welche Art ist von der Hufeisennatter bedroht?
Was unternimmt die Regionalregierung gegen die Schlangen?
Quellen: web.de · kurier.at · spiegel.de
Symbolbild: Hufeisennatter schwimmt vor Ibiza · Bild: Walters Art Museum Illuminated Manuscripts (CC CC0 1.0) – https://www.flickr.com/photos/39699193@N03/4688198078
