⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 03.06.2026
Schüler und Lehrer in Österreich sehen sich zunehmend hohen Temperaturen in Klassenzimmern ausgesetzt. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast 90 Prozent der Befragten die Hitze als erhebliche Belastung empfinden.
- Hitzebelastung in Schulen nimmt zu
- Konzentrationsschwierigkeiten bei 74% der Schüler
- Erste Maßnahmen zur Verbesserung der Raumbedingungen gefordert
In Österreich kämpfen Schüler und Lehrer zunehmend mit hohen Temperaturen in Klassenzimmern. Eine aktuelle Umfrage im Rahmen des Projekts „Climate Ready Schools“ hat ergeben, dass fast 90 Prozent der Befragten die Hitze als erhebliche Belastung empfinden. Die Studie, die vom Austrian Institute of Technology (AIT) und der Technischen Universität Wien durchgeführt wurde, zeigt alarmierende Ergebnisse über die Auswirkungen von Hitzestress auf die Lernbedingungen.
Was ist die aktuelle Situation in den Klassenzimmern?

Bereits im Frühsommer sind Temperaturen von über 30 Grad Celsius in vielen Klassenzimmern keine Seltenheit mehr. Im BG/BRG Bruck an der Leitha wurden beispielsweise Temperaturen über 30 Grad gemessen. Insgesamt gaben 88 Prozent der 1.500 befragten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an, dass sie hohe Temperaturen als Belastung empfinden. Besonders besorgniserregend ist, dass 74 Prozent der Befragten unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden und ebenso viele von Müdigkeit und Erschöpfung berichten.
„Wenn drei Viertel von solchen Problemen berichten, dann lässt sich die Frage, ob konzentriertes Lernen in den Unterrichtsräumen noch möglich ist, relativ eindeutig mit Nein beantworten“, erklärt Martin Schneider, Projektleiter und Experte für Stadtklimatologie. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Bedingungen in vielen Schulen nicht mehr den Anforderungen an einen geeigneten Lernort entsprechen.
Warum ist Hitze ein Problem für Schüler?
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze auf Schüler sind nicht zu unterschätzen. Laut der Umweltmedizinerin Daniela Haluza führt eine Raumtemperatur über 27 Grad zu einem kognitiven Leistungsabfall von bis zu 15 Prozent, bei Temperaturen über 30 Grad sogar bis zu 25 Prozent. Kinder sind besonders betroffen, da sie schneller Flüssigkeit verlieren und ihr Körper schlechter abkühlt als Erwachsene. Dies macht die Hitze in Schulen zu einem ernsthaften Gesundheits- und Bildungsrisiko.
Die Problematik wird durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt. Seit der Periode von 1961 bis 1990 haben sich die Hitzetage in Wien verdreifacht, und die Anzahl der Sommertage über 25 Grad ist um etwa 70 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass heiße Tage nicht mehr nur in den Sommermonaten Juli und August auftreten, sondern zunehmend auch in den Übergangsmonaten Mai, Juni und September.
Wie reagieren Schulen auf die Hitzebelastung?
- Temperaturen über 30 Grad in Klassenzimmern
- 88% der Schüler empfinden Hitze als Belastung
- 74% berichten von Konzentrationsschwierigkeiten
- Hitzetage in Wien haben sich seit 1961 verdreifacht
- Optimale Raumtemperatur für Lernen: 22-23 Grad
Die Schulen sind oft nicht ausreichend auf die steigenden Temperaturen vorbereitet. Viele Schulgebäude wurden zu einer Zeit errichtet, als große Glasfronten in Mode waren, was sich nun als nachteilig erweist. Fehlen Jalousien zur Beschattung oder ausreichende Grünflächen, wird das Lernen in diesen Räumen zur Herausforderung. Lehrergewerkschafter Florian Gollowitsch betont, dass es nicht nur um das Wohl der Lehrer geht, sondern vor allem um die Kinder, die unter den extremen Bedingungen leiden.
In einigen Fällen haben Schüler bereits über Kreislaufkollapse aufgrund der unerträglichen Hitze berichtet. Die Landesberufsschule St. Peter in Graz war ein Beispiel, wo solche Vorfälle in der Vergangenheit Schlagzeilen machten. Diese Probleme sind jedoch nicht auf einzelne Schulen beschränkt, sondern betreffen mittlerweile das gesamte Land.
Was kann getan werden?
Die Ergebnisse der Umfrage und der Messungen zeigen, dass es dringend notwendig ist, Maßnahmen zur Verbesserung der Raumbedingungen in Schulen zu ergreifen. Experten fordern, Schulen hitzeresilient zu gestalten und geeignete Kühlgeräte bereitzustellen. Es ist wichtig, dass die Verantwortlichen jetzt handeln, um die Lernbedingungen für Schüler zu verbessern und gesundheitliche Risiken zu minimieren.
Fazit
Die steigenden Temperaturen in Klassenzimmern stellen eine ernsthafte Herausforderung für das Lernen dar. Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass fast 90 Prozent der Schüler und Lehrer die Hitze als Belastung empfinden. Um die Lernbedingungen zu verbessern und gesundheitliche Risiken zu minimieren, müssen Schulen dringend an die geänderten klimatischen Bedingungen angepasst werden.
Häufige Fragen
Wie viele Schüler leiden unter Hitze in Klassenzimmern?
Was sind die optimalen Temperaturen für das Lernen?
Wie viele Schüler berichten von Konzentrationsschwierigkeiten?
Was sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze auf Schüler?
Welche Maßnahmen werden zur Verbesserung der Situation gefordert?
Quellen: science.orf.at · kleinezeitung.at · kurier.at
Symbolbild: Hitzestress in Schulen: Schüler im Klassenzimmer · Bild: keith ellwood (CC BY 2.0) – https://www.flickr.com/photos/76377775@N05/6870398473
